ALFRED KUBIN – NEBENWELTEN

Alfred Kubin (1877-1959)

“Im Fokus der Ausstellung stehen Zeichnungen aus dem mystisch-dämonischen Frühwerk, in dem Kubin vornehmlich Mischwesen – androgyne Kreaturen – in alptraumhafter Dunkelheit darstellt. Daran schließt die zeichnerisch-experimentelle Phase an. Arbeiten, die nach literarischen Vorlagen u. a. von Franz Kafka und Annette von Droste-Hülshoff entstanden sind, geben Einblick in sein umfangreiches Werk als Buchillustrator. Der späte Kubin ist in der Ausstellung mit allen Möglichkeiten des Mediums „Kunst auf Papier“ vertreten: mit der Feder- und Bleistiftzeichnung, der Lavierung, dem Aquarell, der Gouache und der Druckgraphik.” www.kollwitz.de



“Ich schaffe aus einem dunklen Drang bei den ursprünglichen Konzeptionen, die
Ausarbeitung ist aber dann einer präzisionsmäßigen feinsten „Hand- und Augenarbeit“
zu vergleichen, also unbedingt einer äußerst biegsamen Bewußtseinskontrolle
unterworfen.
Besonders in früheren Jahren war ich dem Druck eines dunklen Gestaltungswillens, der
übermächtig und meist rastlos mich quälte, unterlegen, die Bilder traten
kaleidoskophaft, sich flutend verändernd wie in Wogen vor das „innere Gesicht“. Dies
war begleitet von seltsamen, ungemein wohligen Gefühlen (manchmal rauschhaft
gesteigert, so daß man sang, Unsinn sprach, Blödsinn machte, brüllte usw.), die sich
bei diesen zauberischen wechselnden Bildkombinationen einstellten. – Wie Sie es ja
sehen, ist es merkwürdig, daß besonders 1899 bis 1908 düstere unheimliche
Gestaltungen, auch groteske weit vorwiegen.
[…] Die allzu mächtige Fülle der Vorstellungen klang mit meiner Heirat allmählich wohltätig–
d.h. alles wurde im künstlerischen Sinn nun langsam bewußter, beherrschter,
sorgfältiger gewählt – was es nahelegen würde , daß ein geordnetes Leben in
geschlechtlicher Beziehung vielleicht mit dem Urquell dieses Schöpfungsprozesses in
Beziehung stehe. Ich halte es für wahrscheinlich, daß es eine Quelle ist, ob diese Kräfte
nun entweder geschlechtlich oder in dieser schöpferischen (weit befriedigenderen)
Weise vertan werden.”
Aus: Alfred Kubin, Das Schaffen aus dem Unbewussten, 1933

Die Ausstellung geht noch bis zum 4. Dezember 2011. Käthe Kollwitz Museum, Köln!
ALFRED KUBIN – NEBENWELTEN

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